Auf der Mauer:
Seht! Steigt nicht selbst der fromme Diener Gottes,
Der würd'ge Pfarrer mit herab? Nicht scheut er
Des Weges Mühen und das Graun der Nacht,
Ein treuer Hirte für das Volk zu sorgen.
Baumgarten:
Der Sigrist folgt ihm und Herr Walther Fürst,
Doch nicht den Tell erblick ich in der Menge.
Walther Fürst, Rösselmann der Pfarrer, Petermann
der Sigrist, Kuoni der Hirt, Werni der Jäger,
Ruodi der Fischer und noch fünf andere Landleute,
alle zusammen dreiundreissig an der Zahl, treten vorwärts
und stellen sich um das Feuer.
Walther Fürst:
So müssen wir auf unserm eigenen Erb
Und väterlichem Boden uns verstohlen
Zusammenschleichen wie die Mörder tun,
Und bei der Nacht, die ihren schwarzen Mantel
Nur dem Verbrechen und der sonnenscheuen
Verschwörung leihet, unser gutes Recht
Uns holen, das doch lauter ist und klar,
Gleichwie der glanzvoll offne Schoss des Tages.
Melchtal:
Lasst's gut sein. Was die dunkle Nacht gesponnen,
Soll frei und fröhlich an das Licht der Sonnen.
Rösselmann:
Hört was mir Gott ins Herz gibt, Eidgenossen!
Wir stehen hier statt einer Landsgemeinde,
Und können gelten für ein ganzes Volk,
So lasst uns tagen nach den alten Bräuchen
Des Lands, wie wir's in ruhigen Zeiten pflegen,
Was ungesetzlich ist in der Versammlung,
Entschuldige die Not der Zeit. Doch Gott
Ist überall, wo man das Recht verwaltet,
Und unter seinem Himmel stehen wir.
Stauffacher:
Wohl, lasst uns tagen nach der alten Sitte,
Ist es gleich Nacht, so leuchtet unser Recht.
Melchtal:
Ist gleich die Zahl nicht voll, das Herz ist hier
Des ganzen Volks, die Besten sind zugegen.
Konrad Hunn:
Sind auch die alten Bücher nicht zur Hand,
Sie sind in unsre Herzen eingeschrieben.
Rösselmann:
Wohlan, so sei der Ring sogleich gebildet,
Man pflanze auf die Schwerter der Gewalt.
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