Wilhelm Tell: Das Schauspieldrama von Friedrich Schiller als freies eBook

 

Erster Aufzug

Erste Szene 1 2 3 4 5 6

Zweite Szene 1 2 3 4 5

Dritte Szene 1 2 3 4

Vierte Szene1 2 3 4 5 6 7 8


Zweiter Aufzug

Erste Szene1 2 3 4 5

Zweite Szene
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14


Dritter Aufzug

Erste Szene 1 2 3 4

Zweite Szene 1 2 3 4

Dritte Szene
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11


Vierter Aufzug


Erste Szene 1 2 3 4 5 6

Zweite Szene 1 2 3 4 5 6 7

Dritte Szene
1 2 3 4 5 6 7 8

Fünfter Aufzug

Erste Szene 1 2 3 4 5 6 7

Zweite Szene 1 2 3 4 5 6 7

Letzte Szene

Tell:
Wer sagt das Knabe?
Walther:
Der Meister Hirt erzählt's - Die Bäume seien
Gebannt, sagt er, und wer sie schädige,
Dem wachse seine Hand heraus zum Grabe.
Tell:
Die Bäume sind gebannt, das ist die Wahrheit.
- Siehst du die Firnen dort, die weissen Hörner,
Die hoch bis in den Himmel sich verlieren?
Walther:
Das sind die Gletscher, die des Nachts so donnern,
Und uns die Schlaglawinen niedersenden.
Tell:
So ist's, und die Lawinen hätten längst
Den Flecken Altdorf unter ihrer Last
Verschüttet, wenn der Wald dort oben nicht
Als eine Landwehr sich dagegenstellte.
Walther nach einigem Besinnen:
Gibt's Länder, Vater, wo nicht Berge sind?
Tell:
Wenn man hinuntersteigt von unsern Höhen,
Und immer tiefer steigt, den Strömen nach,
Gelangt man in ein grosses ebnes Land,
Wo die Waldwasser nicht mehr brausend schäumen,
Die Flüsse ruhig und gemächlich ziehn,
Da sieht man frei nach allen Himmelsräumen,
Das Korn wächst dort in langen schönen Auen,
Und wie ein Garten ist das Land zu schauen.
Walther:
Ei Vater, warum steigen wir denn nicht
Geschwind hinab in dieses schöne Land,
Statt dass wir uns hier ängstigen und plagen?
Tell:
Das Land ist schön und gütig wie der Himmel,
Doch die's bebauen, sie geniessen nicht
Den Segen, den sie pflanzen.
Walther:
Wohnen sie
Nicht frei wie du auf ihrem eignen Erbe?
Tell:
Das Feld gehört dem Bischof und dem König.
Walther:
So dürfen sie doch frei in Wäldern jagen?
Tell:
Dem Herrn gehört das Wild und das Gefieder.
Walther:
Sie dürfen doch frei fischen in dem Strom?
Tell:
Der Strom, das Meer, das Salz gehört dem König.
Walther:
Wer ist der König denn, den alle fürchten?
Tell:
Es ist der eine, der sie schützt und nährt.
Walther:
Sie können sich nicht mutig selbst beschützen?
Tell:
Dort darf der Nachbar nicht dem Nachbar trauen.
Walther:
Vater, es wird mir eng im weiten Land,
Da wohn ich lieber unter den Lawinen.

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Wilhelm Tell - Das Schauspieldrama von Friedrich Schiller aus dem Jahre 1804 als komplettes Online Buch mit allen 5 Aufzügen zum freien lesen.