Walther Fürst:
Gebt ihm die Hand. Sein wiederkehrend Herz
Verdient Vertraun.
Melchtal:
Ihr habt den Landmann nichts geachtet.
Sprecht, wessen soll man sich zu Euch versehn?
Rudenz:
O denket nicht des Irrtums meiner Jugend!
Stauffacher zu Melchtal:
Seid einig! war das letzte Wort des Vaters,
Gedenket dessen!
Melchtal:
Hier ist meine Hand!
Des Bauern Handschlag, edler Herr, ist auch
Ein Manneswort! Was ist der Ritter ohne uns?
Und unser Stand ist älter als der Eure.
Rudenz:
Ich ehr ihn, und mein Schwert soll ihn beschützen.
Melchtal:
Der Arm, Herr Freiherr, der die harte Erde
Sich unterwirft und ihren Schoß befruchtet,
Kann auch des Mannes Brust beschützen.
Rudenz:
Ihr
Sollt meine Brust, ich will die eure schützen,
So sind wir einer durch den andern stark.
- Doch wozu reden, da das Vaterland
Ein Raub noch ist der fremden Tyrannei?
Wenn erst der Boden rein ist von dem Feind,
Dann wollen wir's in Frieden schon vergleichen.
Nachdem er einen Augenblick innegehalten.
Ihr schweigt? Ihr habt mir nichts zu sagen? Wie!
Verdien ich's noch nicht, dass ihr mir vertraut?
So muss ich wider euren Willen mich
In das Geheimnis eures Bundes drängen.
- Ihr habt getagt - geschworen auf dem Rütli -
Ich weiß - weiß alles, was ihr dort verhandelt,
Und was mir nicht von euch vertrauet ward,
Ich hab's bewahrt gleich wie ein heilig Pfand.
Nie war ich meines Landes Feind, glaubt mir,
Und niemals hätt' ich gegen euch gehandelt.
- Doch übel tatet ihr, es zu verschieben,
Die Stunde dringt und rascher Tat bedarf's -
Der Tell ward schon Opfer eures Säumens -
Stauffacher:
Das Christfest abzuwarten schwuren wir.
Rudenz:
Ich war nicht dort, ich hab nicht mit geschworen.
Wartet ihr ab, ich handle.
Melchtal:
Was? Ihr wolltet -
Rudenz:
Des Landes Vätern zähl ich mich jetzt bei,
Und meine erste Pflicht ist, euch zu schützen.
Walther Fürst:
Der Erde diesen teuren Staub zu geben,
Ist Eure nächste Pflicht und heiligste.
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